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News
Juli 2026
Stadt lässt neue Fuß- und Radwegebrücke zur Bigge bauen
Über der L 539 bei Neu-Listernohl entsteht dank millionenschwerer Förderung ein neues Bauwerk.
11 Juli 2026
Attendorn. Als Ende September vergangenen Jahres die marode Fußgängerbrücke bei Neu-Listernohl abgerissen wurde, war noch nicht absehbar, ob die Stadt Attendorn als Eigentümerin Ersatz schaffen würde für die 53 Meter lange „Bogenbrücke“, die in Sichtweite der Ihnetalbrücke über die Landstraße 593 führte. Aufgrund der sich drastisch verschlechternden Haushaltslage galt die Devise: Eine Nachfolgerin gibt es nur dann, wenn Fördermittel in satter Höhe fließen. Seit Ende Juni dieses Jahres hat die Stadt Gewissheit: Über das Förderprogramm „FöRi Nahmobilität – Sonderprogramm Stadt und Land“greift sie knapp 1,2 Millionen Euro ab. Das sind drei Viertel der zuwendungsfähigen Ausgaben. Insgesamt wird der Bau der neuen Fuß- und Radwegebrücke rund 1,6 Millionen Euro verschlingen. Der Stadtrat hat den Ersatzneubau einstimmig beschlossen und die Verwaltung bemächtigt, die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte einzuleiten.
„Dranbleiben lohnt sich“, lobte im Attendorner Stadtrat CDUFraktionschefin Dr. Friederike Brodhun, „es ist gut, dass der Ersatzbau jetzt zügig umgesetzt wird. Ein großer Dank gilt hier unserer Verwaltung, die schnell gearbeitet hat.“Die Ausschreibung ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen. Der weitere Zeitplan ist anschließend mit der beauftragten Firma abzustimmen, erklärt Baudezernent Markus Hohmann. Klar ist: Die neue Fuß- und Radwegebrücke wird erst nach Fertigstellung des Turbo-Kreisverkehrs an der Kreuzung L 512/L 539 und der neuen Ihnetalbrücke – das Großprojekt des Landesbetriebs Straßenbau NRW soll bis Herbst abgeschlossen sein – eingehoben.
Neue Brücke ist deutlich kürzer
Die neue Fuß- und Radwegebrücke, die an derselben Stelle wie ihre Vorgängerin errichtet wird, ist deutlich kürzer und misst „nur“rund 37 Meter. Das hängt im Wesentlichen daran, dass das neue Bauwerk nur noch die Landstraße einschließlich der Böschungen überbrückt, während die alte bis auf den Parkplatz (in Fahrtrichtung Attendorn auf der rechten Seite) führte. Den Höhenunterschied zum Parkplatz will die Stadt über eine aufgeschüttete, barrierefreie Rampe ausgleichen. Die neue Brücke wird in Stahlbauweise errichtet und laut Hohmann ein barrierefreies Gefälle von drei bis sechs Prozent haben. Durch das ansteigende Längsgefälle zum Dammweg wird über den Fahrspuren eine Durchfahrtshöhe bis sechs Meter erreicht. Um das neue Bauwerk einzuheben, wird die viel befahrene Landstraße, die als wichtigste Verbindungsstraße zwischen Kreis- und Hansestadt gilt, voraussichtlich eine Nacht gesperrt werden.
Den Bewohnern aus Neu-Listernohl diente die abgerissene Brücke, die mehr als 60 Jahre auf dem Buckel hatte und seit September 2024 durchgängig gesperrt war, als kürzeste Wegeverbindung zum Biggesee. Viele nutzten sie beispielsweise für einen abendlichen Spaziergang an der Waldenburger Bucht. Und auch die Cafés in NeuListernohl und auf dem Biggedamm profitierten davon, wenn Besucher nach ihrem Aufenthalt am See noch einkehrten. Die Attendorner SPD schrieb seinerzeit nach dem Abriss von einem „massiven Einschnitt in die Lebensqualität vieler Bürgerinnen und Bürger aus Neu-Listernohl“und von „wirtschaftlichen Einbußen für die Cafés“.
Auch die Stadt weiß um die Bedeutung dieser Wegeverbindung und schreibt in einer Sitzungsvorlage zum nun angestoßenen Neubau: „Der Ersatzneubau besitzt eine hohe verkehrliche, touristische und klimapolitische Bedeutung. Die bestehende Fuß- und Radwegebrücke stellte eine wesentliche Verbindung zwischen dem Ortsteil Neu-Listernohl, dem Naherholungsgebiet rund um den Biggesee sowie den regionalen und überregionalen Radverkehrsverbindungen dar.“Durch den Neubau würde eine „zentrale Netzlücke“geschlossen, die Fuß- und Radwegebrücke „besitzt sowohl für den Alltagsverkehr als auch für touristische und freizeitbezogene Nutzungen eine erhebliche Bedeutung und stellt einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung der Nahmobilität in der Hansestadt Attendorn dar.“
März 2026
Informationen zum Baustellenverkehr
